Jubiläumskatalog
40 Jahre Andréewitch

Stephan Andréewitch. Wien, im Herbst 2019

Als ich im November 1979, in einem Alter, in dem meine Freunde an der Universität inskribierten, in der Burggasse 10 am Spittelberg auf Anraten meines Kollegen Dr. Reinhold Sternat ein Antiquitätengeschäft eröffnete, konnte ich noch nicht ahnen, wie sich die Entwicklung des neuen Unternehmens gestalten würde.

Kratervase, Kaiserliche Manufaktur, Wien um 1830

Den Gewerbeschein für den Kunst- und Antiquitätenhandel erhielt ich, nachdem Reinhold Hofstätter, Doyen des österreichischen Kunsthandels, meine Kenntnisse in seinem Geschäft auf die Probe gestellt hatte. Ich war nun mit 19 Jahren Antiquitätenhändler geworden und meine Freude am An- und Verkauf von Kunstgegenständen äußerte sich durch rasches Erlernen der Fachgebiete antiker Möbel, Uhren und des Kunstgewerbes sowie eine rege Geschäftstätigkeit.

Die Begeisterung für die Geschichte und Handwerkskunst antiker Objekte hält seit jeher an und ist die treibende Kraft eines Kunsthändlers sich weiterzubilden, Museen aufzusuchen und Kunstobjekte aus der Fachliteratur mit den eigenen zu vergleichen. Ein gewisses kaufmännisches Talent, besonders aber das Auge für Qualität waren die Voraussetzung für erste Verkaufserfolge meines jungen Unternehmens und eröffneten mir die Möglichkeit, über Jahre hinweg regelmäßig den österreichischen und später den internationalen Kunsthandel zu beliefern: Die Rajcsányis, Kovaceks, Theuermanns, Schmollgrubers, Kretschmann, Bednarczyk, Bert Perchtold, Antoine Bauernfeind, Reinhold Hofstätter, D&S, Carlton Hobbs, John Hobbs, Jeremy Fine Arts, Derek Roberts Antiques, Tomasso Brothers, Alan Rubin Antiques und viele mehr.

Franz Rittich (geb. 1796 Prag) Perlmuttdose Wien um 1830

1992 eröffneten wir auch ein Geschäft in der Alfa-Passage im tschechischen Brünn. Nach Standorten in Wien Neubau, auf der Wieden und in der Seilergasse in der Wiener Innenstadt folgte 2005 der entscheidende Umzug in ein Lokal beim Dorotheum in der Spiegelgasse 23.

Im Jahre 2010 ergab sich dann die Möglichkeit, ein neues attraktiveres Geschäftslokal an der heutigen Adresse in der Stallburggasse 2 anzumieten und aufgrund der Toplage unseren Kundenstock erheblich zu erweitern.

Die Geschäftsräume konnten, zeitgleich zum Firmenjubiläum, heuer durch die Einbindung der ehemaligen Geschäftsfläche der legendären Firma Reinhold Hofstätter auf mehr als das Fünffache vergrößert werden. Meine heutige Spezialisierung auf Wiener Uhren, besonders die Laterndl- und Dachluhren begann bereits vor 30 Jahren und ich konnte seither eine große Zahl davon an in- und ausländische Kunden verkaufen. Sie war die Motivation, in Zusammenarbeit mit Paul Archard, Geschäftsführer des Kunsthandels Derek Roberts in England, der auf Wiener Wand- und Bodenstanduhren spezialisiert ist, die Geschichte des Uhrmacherhandwerks aufzuarbeiten und 2009 den Grundstein für eine Publikation über Pendeluhren des Kaisertums Österreich zu legen. Die zweibändige Arbeit mit Meisterdatenliste von über 12000 Uhrmachern wird nach elfjähriger Forschungsarbeit 2020 erscheinen.

Giuseppe Tominz, Triest um 1835

Obwohl sich der Kundengeschmack im Lauf der Zeit grundlegend verändert hat und die Branche seit dem Einzug des Internets vor große Herausforderungen gestellt wird, gilt für mich weiterhin der Grundsatz unseres Berufes: „Qualität verkauft sich am besten”. Nicht zuletzt sind es aber vor allem unsere Kunden, seien es Kunstsammler, Kunsthändlerkollegen, Kustoden vonMuseen oder aber Käufer, die einmalig einen Kunstgegenstand erworben haben, denen ich den Erfolg unseres Unternehmens zu verdanken habe. Vierzig Jahre sind zweifellos eine lange Zeit und ich habemich daher entschlossen, aus meinem Archiv und dem aktuellenWarenbestand vierzig Objekte inWort und Bild zu präsentieren.

Alle Kunstgegenstände wurden, sofern es notwendig war, nach Maßgabe konservatorischer Grundsätze restauriert. Besonders meinen Mitarbeitern, seien sie administrativ, im Verkauf, in der wissenschaftlichen Forschung als Kunsthistoriker oder als Restauratoren tätig, bin ich für ihren Einsatz und ihr Vertrauen, aber im Besonderen für ihre Loyalität zu großem Dank verpflichtet.

Fritz Wotruba, Stehende Figur mit erhobenen Armen

Den Damen und Herren, die uns als Genealogen bei der Erforschung von hunderten Uhrmachern behilflich waren, bin ich ebenso sehr dankbar. Sie sind es, denen wir Uhrenliebhaber zu verdanken haben, dass die Biographien unzähliger Meister in Wien und auf dem Gebiet des Kaisertums Österreich erstmals näher erforscht werden konnten. Meiner Frau Gabriella danke ich für ihren steten Einsatz und im Besonderen für Ihr unermüdliches Engagement bei den Fotoaufnahmen und der Betreuung unserer Website.

Emil Jakob Schindler, Spätsommerlicher Gemüsegarten in Goisern um 1884

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