Tischuhren

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Tischuhren

Tischuhren oder Kommodenuhren in zahlreicher Formenvielfalt und Ausführungen gefertigt. Im 18.  Jahrhundert war die rechteckige Form der Uhren dominierend und an die englischen „Bracket Clocks“ angelehnt („a la Anglaise“) und wurden unter Verwendung der typischen Schneckengriffe und Flammen ebonisierten Gehäuse mit Messingstableisten gefertigt. Die Werkausführung wiener Uhren war zumeist als 36 Stundenwerk bis zu 8 Tagen, mit Datum, teils mit Mondphase und vereinzelt mit Glockenspiel, dem „Carillon“ konzipiert.

Ausnahmen mit Monatsgangdauer sind selten. Die geschwungene Prager Gehäuseform ist unverkennbar aber für Uhren Wiener Fertigung untypisch. Einige Beispiele Prager Uhren haben sich im Wiener Uhrenmuseum erhalten.

Figurale, geschnitzte Uhren und Uhrenmännchen mit Vorderpendel waren in Wien und den Provinzen weit verbreitet und finden sich mit Signaturen aus Böhmen, Mähren und den ungarischen Landesteilen.

Zur Jahrhundertwende um 1800 entstanden in Wien sehr feinen, teils gewichtsbetriebenen  Kommodenuhren in unterschiedlichster Ausführung.
Gangdauern von 8 Tagen  bis zu einem Monat aber auch die kunstvolle Ausführung der Werke und Uhrgehäuse zeugen von hoher Handwerkskunst der Wiener Meister.

Die Uhrwerke stehen den besten französischen Uhren um nichts nach. Die Sammlung Sobek führt zahlreiche dieser Uhren in ihrem Bestand.

Hervorzuheben sind der in Ollmütz geborene Mathias Wibral, der in Ungarn geborene Capar Brändel, Philipp Fertbauer, Ferdinand Leichtl, Jacob Happacher und weitere Meister die in Zusammenarbeit mit Bronzearbeitern ihre Werke in Uhren, in randrierte, guillochierte Goldbronzegehäuse, Marmorgehäuse oder Alabastergehäuse und ebonisierte und furnierte Holzgehäuse einfügten.

Der Großteil der Kommodenuhren aber hat zumeist dekorativen Charakter mit kurzer Gangdauer, Wiener 4/ 4 Schlag auf Glocken und später auf Stahlfedern. Die Formenvielfalt der Kommodenuhren nimmt wie in Frankreich auch auf die Vielzahl historischer Ereignisse, Allegorien und Persönlichkeiten Bezug und  könnte nach den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten der Besteller, der Mode und dem Zeitgeist zur Zeit der Fertigung entstanden sein.