J. C. Klinkosch

Klinkosch ist bis heute einer der klingendsten Namen unter den Herstellern von Silberwaren im Wien des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Geschichte dieser Silberschmiede beginnt mit dem aus Prag stammenden Joseph Caspar Klinkosch, der im Jahr 1804 sowohl Gewerbe und Wiener Bürgerrecht erhielt als auch die Werkstatt Joseph Michael Schellenbergers übernahm. Nach dem Tod Joseph Caspars führte dessen Frau Barbara die Werkstatt von 1815 bis 1819 im Witwenbetrieb weiter, bis ihr 1797 geborener Sohn Carl den Betrieb im Jahr 1821, nachdem ihm das Wiener Bürgerrecht und Gewerbe verliehen worden war, übernahm. Wahrscheinlich schon im Jahr 1831 begann die Zusammenarbeit zwischen Carl Klinkosch und Stephan Mayerhofer. Auf einen Gesellschaftsvertrag von 1836 folgte im Jahr darauf ein neuer und ab nun firmierte das Unternehmen als „Mayerhofer & Klinkosch“. Unter diesem Namen wurde der Betrieb 1837 Hoflieferant für Silberwaren und nahm an den drei allgemeinen Österreichischen Gewerbeausstellungen 1835, 1839 und 1845 in Wien teil, wo es auch Medaillen gewann. Neben einem großen Sortiment an verschiedensten Silberwaren wie Servicen, Tafelaufsätzen, Leuchtern oder Toilettegarnituren war „Mayerhofer & Klinkosch“ bereits am Beginn der 1840er-Jahre der größte Hersteller von Tafelbesteck in Wien.

Der bekannteste Vertreter der Silberschmiededynastie ist sicher Joseph Carl Klinkosch: Geboren am 28. Februar 1822 in Wien, ging er 1835-1839 bei seinem Vater Carl in die Lehre und bekam bereits im Jahr 1847 einen Teil der Geschäftsleitung übertragen, die er 1853 ganz übernahm. 1869 schied auch sein damaliger Compagnon Stefan Mayerhofer Junior, der zwischenzeitlich die Agenden seines Adoptivvaters Stephan Mayerhofer übernommen hatte, aus der gemeinsamen Firma aus, wonach das Unternehmen nur mehr unter dem Namen „J. C. Klinkosch“ firmierte. Die spätestens seit 1844 verwendete Firmenpunze „M&K“ (für „Mayerhofer & Klinkosch“) wurde nun durch Punzen mit den Initialen von Joseph Carl Klinkosch („J.C.K.“, „J.C.K“ oder auch „JCK“) ersetzt, die bis weit über seinen Tod am 8. Juni 1888 hinaus verwendet wurden. Unter seiner Leitung beteiligte sich das Unternehmen, das damals bereits 120 Mitarbeiter beschäftigte, an der Wiener Weltausstellung 1873 und der Pariser Weltausstellung 1878. In den folgenden Jahren erhielt er zahlreiche Ritterehrungen, darunter die Erhebung in den Adelsstand als Joseph Carl Ritter von Klinkosch. Wohl in der Folge punzierte die Firma Klinkosch bis weit ins 20. Jahrhundert auch mit einem nach links gerichteten Ritterhelm. 1884 übernahmen dann seine beiden Söhne Arthur und Isidor, die ebenfalls als Ritter in den Adelsstand erhoben wurden, unter Beibehaltung des Namens und der Punzierung das Unternehmen. Ab 1899 hatte Isidor die alleinige Leitung inne, die 1914 an seine Frau Betty von Klinkosch überging. 1918 kaufte Arthur Krupp das Unternehmen und führte es als „J. C. Klinkosch A.G.“ weiter, bis es schließlich im Jahr 1972 aus dem Handelsregister gelöscht wurde. Klinkosch hatte jahrzehntelang seinen Unternehmenssitz mit den Werkstätten in der Afrikanergasse 5 im zweiten Wiener Gemeindebezirk und Geschäftslokale in unmittelbarer Nähe zur Wiener Hofburg, an den Adressen Kohlmarkt 26, Kohlmarkt 22 und in der Schauflergasse 2 (in jenem Eckhaus, in dem bis 2017 das neue Café Griensteidl untergebracht war).17 Zahlreiche Objekte von Klinkosch befinden sich heute in den Sammlungen der Silberkammer der Wiener Hofburg und des Museums für Angewandte Kunst in Wien.



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